Nächte voller Sorgen, Tage voller Liebe: die Geschichte von Lenny

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Kleinkind lutscht am Daumen

Entschlossen von Anfang an

Im Juni 2007 betrat Lenny Finn die Welt – viel zu früh und ohne ein eigenes Lebenszeichen. In dem hellen Kreißsaal herrschte für einen Moment Stille, bevor Ärzte und Pflegekräfte um sein Leben kämpften. Zwölf Minuten lang rang das Team um jeden Atemzug, jeder Handgriff getragen von der Hoffnung, dass dieser winzige Junge bleiben würde. Seine Elternstanden inmitten dieser Ausnahmesituation zwischen Fassungslosigkeit und verzweifelter Liebe. Viele Stunden der Angst folgten. Doch Lenny zeigte von Anfang an eine erstaunliche Entschlossenheit: Er wollte leben.

Nach Tagen und Wochen voller Ungewissheit durfte er schließlich die Kinderintensivstation verlassen. Noch immer war er ein Sondenkind, begleitet von Absauggerät und Überwachungsmonitor, die zu ständigen Begleitern der Familie wurden. Zwar standen ihnen wenige Stunden täglich Pflegekräfte zur Seite, doch schnell merkten die Eltern, dass die besondere Versorgung, die Lenny benötigte, ihre Grenzen überstieg. So trafen sie eine Entscheidung aus Liebe und Pflichtgefühl: Sie würden die Pflege ihres Kindes selbst übernehmen.

Der schwere Sauerstoffmangel bei der Geburt hatte Lenny einen massiven Großhirnschaden zugefügt – mit vielen Diagnosen, die sein weiteres Leben prägen würden. Die Jahre brachten zahlreiche Infekte und Lungenentzündungen, die seinen Zustand immer weiter verschlechterten.

Gut betreut beim Wichtelteam

Als Lenny etwa zweieinhalb Jahre alt war, wurde die nächtliche Versorgung für die Eltern zu viel. Der Monitor gab beinahe ununterbrochen Alarm – ein nächtliches Konzert, das sie mit Sauerstoffgabe, Absaugen, Inhalationen, Umlagerungen und Medikamenten beruhigen mussten. In dieser Phase der völligen Erschöpfung suchten sie im Internet nach Hilfe. So stießen sie auf das Wichtelteam – und waren sofort überzeugt, dort die Unterstützung zu finden, die sie so dringend benötigten. Sie beantragten die Kinderintensivpflege bei der Krankenkasse.

Lennys Zustand verschlechterte sich weiter. Kurz nach seinem dritten Geburtstag kam es zu einem akuten Lungenversagen. Erneut rettete die Intensivstation sein Leben. Die Ärzte rieten dringend zu einem Pflegedienst. Es folgten Antragstellung und Prüfung durch den Medizinischen Dienst. Viele Monate, Zog sich die Bewilligung hin. Monate, die viel Kraft kosteten. Ab Februar 2011 durfte das Wichtelteam nun endlich für fünf Nächte in der Woche kommen. Eine große Entlastung für die ganze Familie und ein Gewinn für Lenny.

Lenny schloss „seine“ Schwestern vom Wichtelteam sofort ins Herz. Und auch die Familie fühlte sich schnell getragen und verstanden. Kompetenz, Freundlichkeit, Fürsorge zeichneten die Zusammenarbeit aus. All das schenkte der Familie wieder Momente der Ruhe für die Zeit in der Lenny am Leben war.

Wir erzählen hier diese Geschichte, um Mut zu machen: Mut, sich Hilfe zu holen, dem Rat von Experten zu folgen, und den Mut den Rest der Familie nicht aus den Augen zu verlieren. Die Geschichte zeigt, wie Eltern mit sich ringen und dass Kinder mit komplexen Erkrankungen und einem hohen Bedarf an spezialisierter Intensivpflege von der Unterstützung durch einen Intensivpflegedienst profitieren. Es braucht Durchhaltevermögen, stressfreie Zeit und Expertenwissen, um die Pflege von Kindern mit Intensivpflegebedarf zu übernehmen. Wir von opseo betrachten die Aufgabe immer ganzheitlich und sehen deshalb das Kind und auch die Familie.

Kleines Kind sitzt im Spielumfeld und blickt aufmerksam zur Seite